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Teil 1:
Eine einzige Tablette
Anfang der 60er Jahre hat der aufstrebende Anwalt Paul Wegener (Benjamin Sadler) allen Grund, zuversichtlich in die Zukunft
zu blicken. Die Bemühungen seines Sozius Horst Bauer (Hans-Werner Meyer), für ihre neu gegründete Kanzlei zahlungskräftige
Mandanten aus der Industrie zu gewinnen, tragen erste Früchte und bei Pauls Frau Vera (Katharina Wackernagel) ist ein Kind
unterwegs. Schnell vergessen ist da das Mandat für einen scheinbar unbedeutenden Scheidungsfall, bei dem ein Kind im
Spiel ist, das mit schweren Fehlbildungen geboren wurde. Erst als auch seine Frau Vera ein fehlgebildetes Kind zur Welt
bringt, dämmert Paul, dass zwischen den beiden Geschichten ein Zusammenhang besteht. Sollte das Medikament Contergan
schuld an den Fehlbildungen sein, jenes Präparat, das ausgerechnet von derjenigen Firma produziert wird, die der Kanzlei
lukrative Industriemandate vermittelt hat? Auf Drängen seiner Frau setzt Paul alles daran, der Herstellerfirma den Prozess zu
machen. Dennoch dauert es Jahre, bis der Staatsanwalt Feddersen (Sylvester Groth) nach schwierigen Ermittlungen Anklage
gegen die verantwortlichen Mitarbeiter erhebt. Als Pauls Tochter eingeschult wird, ist es endlich soweit: Die Hauptverhandlung
wird eröffnet, Pauls Kampf gegen das mächtige Unternehmen und dessen Anwalt Dr. Naumann (August Zirner) – wahrhaftig der
Kampf von David gegen Goliath – geht weiter.
Teil 2:
Der Prozess
Während die siebenjährige Tochter von Paul und Vera alle Mühe hat, sich als Contergan-geschädigtes Mädchen zu behaupten,
ist die Gerichtsverhandlung in vollem Gange. Geschickt spielt Naumann auf Zeit und hofft auf eine Verjährung. Das quälend
lange Gerichtsverfahren lässt auch Pauls Ehe nicht unbeschadet. Der Alltag mit der behinderten Tochter ist eine schwere
Belastung. Außerdem führen die Meinungsverschiedenheiten der Eheleute über die Art der Prozessführung am Ende zur
vorübergehenden Trennung. Während Paul unermüdlich für eine akzeptable außergerichtliche Einigung seiner Mandanten kämpft
und sich Vera aufopferungsvoll für ihre stigmatisierte Tochter stark macht, regt sich bei Naumanns Mandanten langsam
Widerstand gegen dessen juristische Taktik.


